Jan 292013
 

Ich gebe zu, ich hab mich hier und auch auf Twitter in den letzten Wochen ziemlich rar gemacht. Das liegt unter anderem daran, dass gerade meine gesamte Freizeit für eine gute Sache drauf geht, über die ich aus nachvollziehbaren Gründen aber hier im Blog nichts schreiben kann. (Wer in den letzten Jahren die Medien zum Thema “sächsische Demokratie” und “sächsische justiz” verfolgt hat, wird verstehen, was ich meine.) Insofern sind die nächsten regulären Artikel auch nicht vor Ende Februar zu erwarten. Und auch dann ist wohl nicht mehr mit soviel Aktivität wie im letzten Jahr zu rechnen. Mindestens von meinen Reisen wird es aber auch weiterhin etwas zu berichten geben.

Warum ich dieses Lebenszeichen gerade jetzt von mir gebe, ist übrigens ganz einfach: Die neue Ausgabe des Psycho-Path ist da. Ich habe auch diesmal das Titelbild und zwei kleine Illustrationen beigesteuert sowie einen Artikel zu Hochstaplern und einen zur studentischen Lehrevaluation. Sobald die Ausgabe auch online zu finden ist, stell ich auch nochmal die entsprechenden Links ein.

Update 02.08.2013: Links zu den Artikeln eingefügt. Die Links verweisen auf die Textversionen, angenehmer liest es sich im PDF.

Dec 252012
 

Weil es so schön wenig Arbeit macht, stelle ich hier in loser Folge meine Lieblingstweets zu einem bestimmten Thema oder aus einem bestimmten Zeitraum vor – eigene und fremde. Anderswo nennt man das Cross-Media, ich bezeichne es ehrlicher als “Tweet-Recycling”.

Zum Fest des Gebens, Nehmens und Umtauschens heute mal nur Fremd-Tweets.

Dec 222012
 

Weil es so schön wenig Arbeit macht, stelle ich hier in loser Folge meine Lieblingstweets zu einem bestimmten Thema oder aus einem bestimmten Zeitraum vor – eigene und fremde. Anderswo nennt man das Cross-Media, ich bezeichne es ehrlicher als “Tweet-Recycling”.

In der ersten Folge der neuen Reihe Tweet-Recycling lassen wir noch einmal das Beste meines gestriges Live-Twittern Revue passieren – für alle, die die spannenden Ereignisse rund um den Weltuntergang verpasst haben.

Dec 052012
 

Viele meiner Gedankenfürze Schnapsideen brillianten Einfälle sind einfach zu kurz und zu undurchdacht, um aus ihnen einen fundierten Blogeintrag zu machen. Sie sind sogar so kurz, dass sie sich in unter 140 Zeichen abbilden lassen. Was sie ideal macht für einen anderen Social-Media-Zeitvernichter: Twitter. Deshalb findet ihr mich jetzt auch ebenda. Außerdem gibt es nun rechts oben in der Seitenliste die Rubrik “Letzte Gedankensplitter”, die meine letzten fünf Äußerungen (in Twitterisch: Tweets) dokumentiert. Viel Spaß damit.

Nov 242012
 

Wenn man von der Dresdner Augustusbrücke in die Elbe spuckt, ist die Spucke in plus/minus 8 Tagen in Hamburg. Erstaunlich, was man in diesem Internet so alles erfährt. Für mich ist das jedenfalls nah genug, um mich an der Stadtteilbeschreibungsserie “Der Rest von Hamburg” zu beteiligen, die der Herr Buddenbohm in Unkenntnis der Folgen (insbesondere für meine Freizeit, ich bin nur noch am Schmökern und komm zu nichts anderem mehr) gestartet hat. Also werde ich euch mal ein wenig mit meinem aktuellen Wohnort Dresden-Löbtau bekannt machen. Leider hab ich keine Ahnung, ob es so etwas wie eine lebendige Dresdner Blogszene gibt, aber vielleicht fühlt sich ja noch jemand kompetent, andere Stadtteile vorzustellen, damit wir ein vollständigeres Bild erhalten. Der einzige mir bekannte Dresdner Blogger war der Herr Remington, mit dem ich sogar eine gemeinsame Bekannte habe, wie sich irgendwann mal herausgestellt hat, auch wenn ich ihm nie persönlich begegnet bin. Er hat sein Blog “Any la(te)st words” aber auch schon vor Jahren aufgegeben. Über den Herrn Remington bin ich anno dazumal überhaupt erst auf den Blog des Herrn Buddenbohm gestoßen, der sich damals noch Merlix nannte und zwar schon eine Herzdame, aber noch keinen Nachwuchs hatte. Aber ich schweife ab. Dresden-Löbtau also.

Ich wohne seit 3 Jahren hier. Vorher habe ich schon 5 Jahre in der Südvorstadt gehaust, in einem Studentenwohnheim mit 5 Minuten Gehzeit bis zur Uni. Örtlich und auch finanziell unschlagbar, aber mit dem Ende des Studiums musste eben etwas Neues her. Das jetzt ist meine erste richtig eigene Wohnung. Mit eigener Waschmaschine (Endlich nicht mehr alle 2 Wochen zu den Eltern zum Waschen fahren!) und ohne nervende Mitbewohner. Dafür schön hell und mit offener Küche. Außerdem mit vielen Freunden, die in der unmittelbaren Umgebung wohnen. Das hat dann auch eher den Ausschlag für den Umzug genau hierhin gegeben als das unmittelbare Wohnumfeld.

Löbtau befindet sich im Südwesten der sächsischen Landeshauptstadt und wird im Osten von der Weißeritz, der Tharandter Straße und einer Hochstraße begrenzt. Zwischen Löbtau und der restlichen Stadt befinden sich in dieser Richtung noch ein Heizkraftwerk und ein Rangierbahnhof, aber das ist Niemandsland und gehört mindestens gefühlt nicht mehr zum Stadtteil. Nördlich befindet sich das dörflich anmutende Cotta, südlich das ebenfalls dörfliche Dölzschen und im Westen die Plattenbau-Trabantenstadt Gorbitz mit ihrer von niedrigeren Einkommensschichten dominierten Bevölkerung.

Hauptverkehrsader ist die Kesselsdorfer Straße, die den Stadtteil von Ost nach West durchschneidet und geographisch korrekt in einen Nord- und einen Südteil teilt. Gerüchteweise soll Löbtau-Nord einmal DER Umschlagplatz in Dresden für Drogen aller Art gewesen sein, allerdings ist das wohl schon einige Jahre her und heute bemerkt man davon nichts mehr. Dennoch wirkt der Nordteil auch heute noch etwas heruntergekommen. Im Süden ist der Himmel blauer und das Gras grüner. Ich wohne im Südteil.

Bei einem Blick auf Google Maps sieht man, dass Löbtau räumlich vom Neuen Annenfriedhof dominiert wird, der sich zentral südlich der Kesselsdorfer ausbreitet. Kleinere Grünflächenanlagen finden sich außerdem am Bonhoefferplatz im Süden und am Conertplatz im Norden. Allerdings ist man bei akutem Naturbedarf in südwestlicher Richtung sehr schnell auf dem Land – also dem richtigen Land, mit Feldern, Wäldern und einem wunderschönen Ausblick auf ganz Dresden.

Die Bebauung ist in Löbtau relativ offen. Es dominieren Würfelhäuser in der Dresdner Sonderform, teilweise gibt es auch Reihenhäuser. Höher als im vierten Stock wohnt eigentlich niemand. Neben der Kesselsdorfer Straße als Ost-West-Achse, die Gorbitz mit dem Rest der Stadt verbindet, gibt es noch zwei viel befahrende Straßen: die nach Norden abzweigende Rudolf-Renner-Straße und die Richtung Süden verlaufende Reisewitzer Straße. Wenn man nicht gerade direkt an einer dieser 3 Straßen wohnt, ist die Umgebung relativ ruhig. In den Tiefen Löbtaus findet man fast nur reine Wohnhäuser. Wenn es doch einmal irgendwo ein Ladenlokal gibt, kann sich dies meist nicht lange halten. Inzwischen werden diese Lokale auch vermehrt zu Wohnungen umgebaut, mit bodenlangen Fenstern und einem extra Wohnungseingang zur Straße hin. Das Einzelhandelssterben mag auch an den engen und kopfsteinbeflasterten Straßen liegen, die zum Befahren nur eine Autobreite Platz bieten, wenn links und rechts alles zugeparkt ist – und das ist es immer. Sowas tun sich dann nur Anwohner an.

Im Gegensatz zum restlichen Stadtteil geht es dem Einzelhandel an der Kesselsdorfer Straße relativ gut, trotz der Discounter, die sich auch hier im Westen (Kaufland und Netto) und im Osten (Rewe und Rewe) angesiedelt haben. Nur so kann ich mir erklären, das dort ein Fachgeschäft für Gardinen, ein Matratzen-Outlet und ein Brautmodengeschäft überleben können. Ein Rätsel bleibt mir weiterhin, wie sich die vier Friseursalons halten, die sich an der Bünaustraße im Umkreis von 50 m gegenseitig Konkurrenz machen. Ebenso, wer eigentlich die vier Automatencasinos entlang der Kesselsdorfer besucht, oder das halbe Dutzend gastronomischer Kleinbetriebe vor allem im Westen des Stadtteils, das auch nicht ohne das Aufstellen von Spielautomaten im Eingangsbereich auskommt. Als Zielgruppe scheint man hier (Vorsicht, Vorurteil) auf die in Gorbitz ansässigen Prolls zu schielen, die auf ihrem Weg von und nach Hause an der Tharandter Straße oder der Bünaustraße umsteigen müssen.

Neben den Prolls, von denen es auch genug Löbtauer Exemplare gibt, siedeln hier vor allem alte Menschen, die hier schon ihr ganzes Leben zugebracht haben, Familien mit ihren Kindern, welche die die Mietshäuser umgebenden Rasenflächen mit Spielzeug und Klettergerät vollstellen, und Studenten, die die vergleichsweise preiswerten Mieten und die relativ gute Anbindung an die Uni anlocken.

Bei den Studenten konkurriert Löbtau dabei mit der Dresdner Neustadt und zieht derzeit noch häufiger den Kürzeren. Die Neustadt ist das Dresdner Szeneviertel, mit einer Unzahl an Kneipen und Clubs für jeden Geschmack. So etwas wie ein Nachtleben existiert in Löbtau nicht. Hier mangelt es schon an einigermaßen vernünftigen Kneipen, in denen man einen geselligen Abend ohne allzu viel Prollpublikum verbringen kann. Akzeptable Anlaufpunkte dafür sind derzeit nur das Treppchen an der Haltestelle Malterstraße und das Westside am Bonhoefferplatz. Allerdings ist zumindest die Anbindung an die Neustadt exzellent. Mit der Straßenbahn ist man in 13 Minuten da. Zum Hauptbahnhof braucht man 6 Minuten, an die Uni 10 Minuten (jeweils vom Löbtauer Ostende aus berechnet). Wenn man hier also nichts weiter tun will als zu wohnen – weg kommt man bei Bedarf immer.

Die gentrifizierungsbedingten Mietpreissteigerungen in der Neustadt treiben vermehrt Studenten her. Einige Leute behaupten, Löbtau wäre in 10 Jahren die neue Neustadt. Allerdings haben diese Leute das auch schon vor 10 Jahren behauptet. Bevor es dazu kommen kann, muss auf jeden Fall ein funktionierendes Nachtleben her. Bis dahin bleibt Löbtau ein ruhiger Ort zum Wohnen und die Seele baumeln lassen. Party ist woanders*.

(*Privatpartys selbstverständlich ausgenommen)