Oct 252013
 

Auf Facebook sah ich gerade folgendes Bild durch meine Timeline schwappen:

Erst wollte ich direkt darunter kommentieren, dann wurde der Text aber länger und ich dachte – wie blöd, wenn das in spätestens zwei Stunden dem orkus des Vergessens anheimfällt und nicht mehr nachgelesen werden kann. Daher meine Position dazu jetzt hier:

Das ist auch meine Argumentation, wenn es heißt, durch einen Mindestlohn würden Arbeitsplätze vernichtet. Solche Arbeitsplätze, die nur durch Unterstützung (Aufstockung) der Gemeinschaft existieren, sind volkswirtschaftlich unsinnig. Unternehmen mit solchen Praktiken agieren parasitär und zerstören damit das gesamte Lohnniveau einer Branche, weil sie die Preise über die Lohnkosten drücken.
Meiner Meinung nach basiert das Ganze auf dieser weit verbeiteten, unsäglichen Vorstellung, Arbeit gäbe dem Leben einen Sinn. Sinn ist ein netter Nebeneffekt (und für das Wohlbefinden nicht zu unterschätzen), aber Arbeit muss in erster Linie – mindestens im real existierenden Kapitalismus – Geld geben, damit man sein Leben bestreiten kann und es nach seiner eigenen Vorstellung (und nicht der Vorstellung des Arbeitsmarktes oder -gebers) mit Sinn füllen kann. Man arbeitet, um zu leben. Man lebt nicht, um zu arbeiten. Arbeit ohne den entsprechenden Lohn ist es nicht wert, gemacht zu werden. Und andersherum: Wenn eine Arbeit gemacht werden muss/soll, muss sie auch angemessen vergütet werden. Denn letztlich ist Arbeitszeit verlorene Lebenszeit, die am Ende immer irgendwo anders besser aufgehoben gewesen wäre.