Aug 022013
 

Nein, dieses Blog ist nicht tot. Noch nicht. Es hat auch nichts mit Prism, Tempora oder XKeyscore zu tun, dass hier seit Mai nichts passiert ist. Auch wenn es mich natürlich aufregt, dass sich (außerhalb der Medien) niemand aufregt über die Abschaffung des Rechtsstaates durch die selbsternannten Hüter desselbigen. Es passiert einfach gerade recht viel in meinem Leben, so dass die Zeit zum Schreiben fehlt. So ein Beitrag ist ja auch nicht mal eben in 10 Minuten hingeschrieben, Ich sitze da selten weniger als zwei Stunden dran. Und das was in meinem Leben passiert, ist oft auch nicht geeignet, in die Weiten des Internets gespien zu werden. Bloß weil die Geheimdienste meine dunkelsten Geheimnisse kennen, muss das noch lange nicht für euch gelten. ;)

Insofern ist dieses Blog im letzten halben Jahr zum Reiseberichts-Blog verkommen und wird diesen Daseinszustand auch noch eine Weile beibehalten. Glücklicherweise sind in diesem Bereich in den nächsten Wochen und Monaten wieder größere Aktivitäten zu erwarten, so dass sich hier doch wieder einiges tun wird. Letzte Woche hab ich vergleichsweise spontan eine Woche Urlaub in Hamburg gemacht. Spontan bedeutet bei mir, dass ich nur drei Wochen im Voraus geplant habe. Gerade mal drei Wochen! Verrückt, so etwas. Ich bin aber dennoch nicht im Chaos versunken und werde hier in nächster Zeit von der meiner Meinung nach besten Stadt Deutschlands berichten. Also, sobald ich die 360 besten Fotos bearbeitet habe, die ich aus den 1200 geschossenen Bildern ausgewählt habe.

Bis darüber zu lesen ist, kann aber noch einige Zeit vergehen, denn die nächsten Reisen stehen schon an. Mitte August geht es auf eine Konferenz in Südschweden und Ende August/Anfang September mache ich dann urlaubsbedingt Nizza und Umgebung, Genf und Regensburg unsicher. Damit das am Ende nicht zu einer temporären Artikelexplosion mit anschließender neuerlicher Dürre führt, und damit ich zwischendurch auch noch andere Dinge tun kann (mein sogenanntes Leben, ihr erinnert euch) habe ich mir überlegt: ich veröffentliche die Reiseberichte nur peu à peu, nach und nach sowie dann und wann. Das nimmt dann auch den Druck von mir, dieses Jahr nochmal wegfahren zu müssen. ;)

Damit ist schon das Wichtigste gesagt, zum Abschluss sei noch auf zwei Dinge hingewiesen, die in älteren Artikeln noch offen geblieben sind. Meine vollmundige Ankündigung, auch dieses Jahr beim Deutschen Karikaturenpreis mitzumachen, habe ich leider nicht in die Tat umgesetzt. Zum einen kann ich mit dem diesjährigen Thema “Klickst du noch richtig?” nicht wirklich etwas anfangen. Das scheint mir wie gemacht für Häme über Digital Natives, vorgebracht von Leuten, die Google für das Internet halten. In so einer Umgebung muss ich mich nicht unbedingt bewegen. Zum anderen, ich erwähnt es möglicherweise schon, fehlte mir die Zeit. Der 23. August als Einsendeschluss ist zwar noch etwas hin, aber ich zum jetzigen Zeitpunkt denke ich nicht, dass ich teilnehmen werde.

Daher jetzt zu den positiven Nachrichten: Ich hatte vor Urzeiten schonmal angekündigt, dass ich die von mir verfassten Psycho-Path-Artikel der Ausgabe 24 hier verlinke, sobald sie online stehen. Das ist hiermit getan: Psychologische Aspekte von Hochstapelei und Hochstaplern, Die studentische Lehrevaluation an der Psychologie . Inzwischen ist übrigens Ausgabe 25 erschienen, diesmal sogar in Farbe. Und bunt. Sie kann an den bekannten Auslagestellen eingesammelt und konsumiert werden. Diesmal habe ich nur einen Cartoon und einen Artikel beigesteuert, die ich zu gegebener Zeit dann auch nochmal verlinke. In der nächsten Ausgabe ist wieder etwas mehr zu erwarten.

Der erste Beitrag zur Hamburg-Reise folgt vielleicht schon nächste Woche. Ob es dabei um meinen allgemeinen Eindruck von Hamburg, dir fürchterlichen Zugverbindungen nach dort und von da oder das seltsame Kunstverständnis der Hamburger gehen wird, weiß ich noch nicht. Lasst euch überraschen.

Und jetzt vollkommen unzusammenhängend noch mein aktueller Ohrwurm:

CASPER – IM ASCHEREGEN (OFFICIAL VIDEO) from officialcasperxo on Vimeo.

Oct 132012
 

Die Älteren unter euch werden sich erinnern: Vor nicht allzu langer Zeit habe ich meine Beiträge für den diesjährigen Deutschen Karikaturenpreis eingereicht. Nun ist Antwort gekommen – leider keine Gute:

Für eine lesbare Version einfach auf das Bild klicken.

Die Konsequenz daraus kann nur lauten: Im nächsten Jahr erstell ich die Cartoons direkt am Computer. Das spart mir eine Menge Arbeit und die Jury kann sich nicht mehr so ohne Weiteres über die künstlerische Ausführung beschweren.

Aug 252012
 

Wie der ein oder andere von euch sicher weiß, werde ich am Deutschen Karikaturenpreis 2012 teilnehmen. Bei diesem Wettbewerb können sowohl professionelle Karikaturisten als auch Laien (wie ich) mitmachen, um mit Karikaturen zu einem bestimmten Thema eine hochkarätige (also zumindest glaub ich das, die Namen sagen mir ehrlich gesagt nichts) Jury und das Publikum zu überzeugen. Während ich mir jetzt eher keine Chancen für einen der drei Hauptpreise (dotiert mit insgesamt 10.000 €) ausrechne, hoffe ich zumindest darauf, es mit ein oder zwei Werken in die begleitende Ausstellung und/oder den zugehörigen Katalog zu schaffen.

Daher habe ich mir in den letzten Monaten von meiner Freizeit immer mal ein Stückchen abgeknapst und insgesamt 9 Karikaturen/Cartoons zum diesjährigen Motto “Schluss mit lustig” (in Bezug auf den zu erwartenden Weltuntergang Ende des Jahres) gezeichnet und koloriert. Da ich aber nur maximal 5 Karikaturen einreichen darf, oblag es meinen Facebook-Kontakten, durch Klick auf den “Gefällt mir”-Button ihre Lieblinge auszuwählen (ab demnächst mach ich sowas dann vermutlich hier, zumindest wenn ich ein brauchbares Umfrage-Plugin für WordPress finde). Das Ergebnis seht ihr in der Galerie unten. Die Beiträge sind absteigend nach ihrer Beliebtheit geordnet, die ersten 5 (also alle ohne Clowns) habe ich als Wettbewerbsbeiträge eingereicht.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass das Wettbewerbsthema vorgegeben war, der nihilistische Einschlag in den Karikaturen ergibt sich zwangsläufig daraus. Es gibt also keinen Grund, sich Sorgen um mich zu machen (nicht wahr, Papa?!). Wobei ich beispielsweise “Omega & Alpha” und “Der (all-)tägliche Weltuntergang” ja eigentlich als ganz positiv und lebensbejahend empfinde.

Hier also nun erst einmal die Bilder und weiter unten dann noch einige Gedanken zur Auswahl und der künstlerischen Gestaltung:

Update 18.09.2012: Aufgrund von Problemen mit Flickr sind die Cartoons jetzt auf razzi.me zu finden.

 Die Auswahl

Ehrlich gesagt war ich etwas erstaunt über die Auswahl, die ihr getroffen habt. Ihr scheint in der Masse keine Clowns zu mögen. ;) Eingedenk der Tatsache, dass mein Geschmack ja eher nicht massenkompatibel ist, habe ich mich aber eurem Voting gebeugt. Es kam übrigens zu einem Gleichstand bei Bild 5 und 6. Da “Omega & Alpha” aber auch einer meiner Favoriten ist und außerdem die erste Idee war, die mir damals zu dem Thema gekommen ist, habe ich diesen Cartoon dem “Quereinsteiger” vorgezogen.

Zu recht weit vorne gesehen hab ich auch “Der (all-)tägliche Weltuntergang”, in dem aufmerksame Beobachter sicher eine Adaption meines Titelbildes für die aktuelle Psycho-Path-Ausgabe (die ich hier auch direkt verlinken würde, wenn sie denn schon online stünde …) erkannt haben, sowie “Frühjahrsputz”. Weiter oben verortet hätte ich die “Exekution” der Clownsnase, die ich immer noch zum Brüllen komisch finde, und “Schuss mit lustig” (schon wegen dem Wortspiel).

Etwas ratlos zurückgelassen hat mich die Begeisterung für “Reboot”. Eigentlich handelt es sich dabei nur um eine Weiterentwicklung des Witzes, in dem sich zwei Planeten treffen. Nr. 1 fragt: “Und, wie gehts dir?” Nr. 2 kratzt sich und meint: “Nicht gut, ich hab mir Menschen eingefangen.” Darauf entgegnet Nr. 1: “Macht nichts, das geht vorüber.” Ich bin ja gespannt, ob die vermutlich eher etwas ältere Jury etwas mit der digitalen Adaption anfangen kann. Nun ja, jetzt warten wir erstmal ab und wenn das Ergebnis nicht positiv ausfallen sollte, weiß ich ja, wer schuld ist. ;)

Die künstlerische Gestaltung

Zum Abschluss vielleicht noch einige Worte zur künstlerischen Gestaltung. Wenn man sich die Wettbewerbsbeiträge der letzten Jahre so anschaut, fällt die starke digitale Nachbearbeitung auf. Wie ihr oben seht, habe ich mich dafür entschieden, die Bilder komplett mit Farbe und Fineliner durchzuarbeiten und die Scans ohne großartige Bearbeitung einzureichen. Ziel war es zum einen, sich etwas von der Masse abzuheben, was mir vermutlich gelungen ist. Ob es sich auch positiv auf die Bewertung auswirkt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Zum anderen hatte ich ehrlich gesagt keine Lust auf den in meinen Augen unnötigen Aufwand bei der Bildbearbeitung. Nachdem ich aber inzwischen weiß, wie endlos lange es dauert, Cartoons per Hand zu kolorieren (da gingen insgesamt bestimmt 30 Arbeitsstunden für drauf), war das wohl das letzte Mal, dass ich für so etwas zum Pinsel gegriffen habe.

Für die Umrisse habe ich (nach der Vorarbeit mit Bleistift) Fineliner verwendet und die Flächen mit Acrylfarbe ausgemalt. Diese hab ich relativ dünnflüssig angemischt, um die Konturen nicht zu verdecken. Dadurch wirken einige der Bildbereiche sehr aquarellartig, während man in anderen sehr deutlich die Pinselstriche erkennt. Das war so nicht unbedingt vorgesehen, unterstreicht aber natürlich noch einmal den handwerklichen Gedanken bei der Erstellung. Weiße Flächen wurden bei der Bearbeitung ausgespart (analog zu Aquarellen). Das zieht den Blick beim Betrachten oft genau an diese Stellen. Ich habe deshalb versucht, sie immer dort anzubringen, wo sie das Verständnis für die Karikatur und die Pointe erhöhen. Deshalb ist der Clown beispielsweise immer weiß geschminkt und trägt ein weißes Hemd. Ob mir das im Einzelfall gelungen ist, müsst ihr entscheiden. Woran ich hingegen definitiv noch arbeiten muss, ist meine Schrift. Ich hab mir beim Schreiben wirklich Mühe gegeben und extra Hilfslinien gemalt, hab aber teilweise inzwischen selber Schwierigkeiten, die Sprechblasen zu entziffern.

 

So, das war jetzt am Ende ja doch ein relativ langer Beitrag. Es scheint, ich habe ein gewisses Mitteilungsbedürfnis, das auszuleben ich nun die Möglichkeit habe. Was den Wettbewerb angeht, halte ich euch an dieser Stelle auf jeden Fall auf dem Laufenden. Und wenn alles gut geht, könnt ihr eines oder mehrere der Bilder im Original vom 11.11.2012 bis  13.01.2013 im Haus der Presse der Sächsischen Zeitung bewundern. :)